Drei Geparden stehen nebeneinander im offenen Feld in Namibia und blicken in die gleiche Richtung

Die Geparden Namibias

In Namibia lebt fast die Hälfte der weltweiten Gepardenpopulation, was das Land zur „Gepardenhauptstadt der Welt“ macht. Sie zählen zu den Raubkatzen, nicht aber zu den Großkatzen (obwohl sie so aussehen). Erfahren Sie, warum das so ist, was sie so besonders macht und wo Sie ihnen auf ethisch vertretbare Weise nahekommen können.

TripAdvisor Travellers' Choice
  • Safaris – maßgeschneidert von Afrika-Experten
  • Beste Kundenbewertungen
  • Faire Preise und erstklassige Qualität

Das Zuhause der Geparden

In freier Wildbahn gibt es noch etwa 7.000 Geparden, davon ungefähr 3.000 in Namibia. Die meisten von ihnen leben außerhalb von Schutzgebieten und durchstreifen die Natur so, wie es die Natur vorgesehen hat. Das kann allerdings auch zu Problemen führen. Dazu später mehr. Starten wir zuerst mit der Frage aller Fragen.

Warum sind Geparden keine Großkatzen?

Obwohl sie Löwen, Tigern, Jaguaren und vor allem Leoparden ähneln, gehören Geparden nicht zur Familie der Großkatzen. Hauptsächlich aus diesen Gründen:

  • Während andere Raubkatzen ihre Krallen komplett einziehen können, haben Geparden halb einziehbare Krallen für mehr Halt und Geschwindigkeit.
  • Geparden sind schlanker und ihr Körper ist ebenfalls auf Geschwindigkeit ausgelegt. Löwen und Leoparden sind hingegen muskulöser – ein Leopard kann bis zu 90 kg wiegen, ein Gepard maximal 60 kg.
  • Geparden können nicht brüllen, aber wie kleinere Katzen schnurren, zwitschern und fauchen.

Zwei Geparden jagen sich in den roten Dünen von Namibia

Besondere Merkmale

Geparden gehören zwar nicht zu den Großkatzen, doch das macht sie nicht weniger faszinierend.

Das Aussehen

Wenn Sie Leoparden und Geparden schwer voneinander unterscheiden können, achten Sie auf das Fell: Leoparden haben kleine Rosetten, Geparden schwarze Punkte. An ihrem Schwanz können Sie unterhalb des Büschels außerdem dunkle Ringe erkennen. Und ihre schwarzen Tränenstreifen, die von den Augen bis zum Maul verlaufen, sehen nicht nur cool aus, sondern verringern auch die Blendung durch die Sonne, da Geparden tagsüber jagen.

Nahaufnahme eines Geparden mit orange-gelben Augen

Die Laute

Großkatzen brüllen, Geparden geben andere Laute von sich. Sie knurren bei Bedrohung, kommunizieren durch Zwitschern oder vogelähnliche Rufe und bellen bei sozialen Interaktionen. Außerdem schnurren sie wie eine Hauskatze. Tatsächlich gehören Geparden zu den wenigen Katzen, die sowohl beim Ein- als auch beim Ausatmen ununterbrochen schnurren können.

Die Geschwindigkeit

Dafür ist der Gepard bekannt: seine Geschwindigkeit. Seine halb einziehbaren Krallen wirken wie Spikes und katapultieren ihn in guten drei Sekunden auf bis zu 110 km/h. Mit ihrem schlanken Körperbau, der schmalen Taille, der tiefen Brust und den langen Beinen sind ihre Schritte bis zu sieben Meter lang. Und dank großer Nasenlöcher, Lungen und eines hervorragenden Kreislaufsystems geht ihnen nicht die Puste aus.

Cheetah running
Cheetah in Namib dune

Jagen

Im Gegensatz zu den meisten Großkatzen sind Geparden vor allem am frühen Morgen oder am späten Nachmittag aktiv. Perfekt, um sie bei einer Safari zu beobachten. Wenn sie Hunger bekommen, stellen sie sich oft auf Termitenhügel für einen besseren Blick auf ihre Beute.

Interagieren

Weibliche Geparden streifen meist allein durch die endlosen Ebenen. Männliche Geparden gehen hingegen gern Bindungen ein. Meistens sind es männliche Geschwister, die ihr Leben lang in Gruppen, sogenannten Koalitionen, zusammenbleiben.

Schützen

Der Gepard spielt eine wichtige Rolle im Ökosystem. Wie alle Raubtiere regulieren Geparden die Populationen, indem sie schwache und ältere Tiere jagen. Dies hält die Herden gesund und im Gleichgewicht und verhindert Überweidung.

Treffen Sie Namibias Geparden

Obwohl sich die Geparden Namibias oft auf landwirtschaftlichen Flächen außerhalb von Schutzgebieten aufhalten, tauchen sie auch gern in diesen Parks auf.

Meet and Greet

In Namibias weiten Landschaften können Sie Geparden nicht nur beobachten, sondern ihnen auch ganz nah kommen … ganz ganz nah. N/a’an ku sê ist eine Auffangstation im Herzen des Landes und kümmert sich um verletzte oder verwaiste Tiere – mit einem Ziel: sie wieder in die Freiheit zu entlassen. Manchmal ist dies aber trotz aller Bemühungen nicht möglich.

Cheetah Experience

Manche Tiere müssen zu ihrem eigenen Schutz in Gefangenschaft bleiben. Dennoch möchte N/a’an ku sê ihr natürliches Verhalten fördern, weshalb an Menschen gewöhnte Geparden regelmäßig spazieren gehen – mit Ihnen und natürlich einem erfahrenen Guide. Beobachten Sie, wie sie durchs Gras schleichen, unter einem Baum ein Nickerchen machen, schnurren oder zur Jagd ansetzen.

Wenn die Tiere ihr Glück versuchen möchten und davonsprinten, werden sie später dank eines GPS-Halsbands wiedergefunden. Sie dürfen die Tiere nicht streicheln oder Fotos mit ihnen machen. Es geht in erster Linie um das Erlebnis selbst und darum, mehr über das Tier zu erfahren, auf das Namibia so stolz ist.

Bedrohungen

Wie viele afrikanische Tierarten ist auch der Gepard bedroht. Laut der IUCN gilt er als „gefährdet“, wobei die Bestände rückläufig sind. In den letzten 100 Jahren sind rund 90 % der weltweiten Gepardenpopulation verloren gegangen.

Verlust des Lebensraums

Geparden benötigen große Flächen mit reichlich Beute und Wasser. Durch den Bau von Dörfern und Städten verliert der Gepard diesen Lebensraum. Wo einst eine Landschaft Tausende von Geparden ernähren konnte, reicht sie heute kaum noch aus, um eine Handvoll Tiere zu versorgen.

Handel mit Wildtieren

Für manche Menschen sind Geparden Statussymbole. Obwohl der Besitz eines Geparden und anderer Tiere in vielen Ländern illegal ist, bleibt die Nachfrage nach Jungtieren hoch. Sie werden aus der Wildnis gefangen und an Interessenten verkauft, häufig in den Golfstaaten.

Gepardenmutter mit ihrem Jungen im Serengeti Nationalpark in Tansania

Konflikte zwischen Mensch und Tier

Geparden leben oft außerhalb von Schutzgebieten auf landwirtschaftlichen Flächen. Da sie hauptsächlich tagsüber jagen, lassen sie sich leichter erspähen, wenn sie sich einer Farm zu sehr nähern. Um ihr Vieh und ihre Existenzgrundlage zu schützen, werden die Tiere von Farmern gefangen oder erlegt.

Schutzmaßnahmen

Namibia ist eines der wenigen Länder, das den Schutz von Tieren und Pflanzen in seiner Verfassung verankert hat. Dennoch braucht es die Bemühungen von Organisationen, um die Zahl der Geparden stabil zu halten und zu steigern.

Aufklärung

Landwirte werden von gemeinnützigen Organisationen in raubtierfreundlichen Praktiken geschult. Falls Landwirte einen Geparden fangen, können sie sich an entsprechende Einsatzteams wenden, die das Tier so schnell wie möglich abholen und umsiedeln.

Herdenschutzhund

Der Cheetah Conservation Fund züchtet Herdenschutzhunde und vermittelt sie an Landwirte, wo sie eine Bindung zur Herde aufbauen und Raubtiere verscheuchen. Einige Landwirte setzen sogar Esel ein: Wenn sie in die Herde integriert werden, fühlen sie sich als Teil der Gruppe und vertreiben Geparden mit einem Tritt.

Ökotourismus

Dank des Ökotourismus betrachten die Gemeinden Geparden als wertvolle Ressource statt als Bedrohung. Organisationen wie N/a’an ku sê oder der Cheetah Conservation Fund bieten einzigartige Erlebnisse an, und die eingenommenen Mittel fließen direkt zurück in ihre Schutzmaßnahmen.

Dank solcher Programme und Anreize hat sich der Bestand der Geparden in Namibia stabilisiert. Dies gibt Hoffnung auf das langfristige Überleben der Art und verleiht diesem Artikel ein wunderbares Ende.

Bestaunen Sie die afrikanische Tierwelt

Beobachten Sie bei diesen unvergesslichen Routen, wie Geparden jagen, schlafen und schnurren, und natürlich noch viele andere Tiere Namibias.