Okavango Delta

Das Okavango Delta im Norden Botswanas ist ein beeindruckendes Binnendelta, mitten in der Kalahari Wüste. Es wurde als UNESCO World Heritage Site anerkannt und gilt als eines der außergewöhnlichsten Ökosysteme Afrikas. Das Delta wird von den saisonalen Fluten des Okavango River (auch Kavango genannt) geformt. Der Fluss entspringt im Hochland Angolas, fließt durch den Caprivi Streifen in Namibia und verliert sich schließlich in der Wüste. Durch die alljährlichen Überschwemmungen entsteht ein komplexes Netz aus Wasserwegen, Inseln und Überflutungszonen, das die sonst trockene Landschaft in ein artenreiches Naturparadies verwandelt. Das Delta bietet hervorragende Möglichkeiten zur Tierbeobachtung, darunter zahlreiche Vogelarten. Große Populationen von Elefanten, Löwen, Leoparden und Büffeln leben hier ebenso wie der gefährdete Afrikanische Wildhund. Auch verschiedene Antilopenarten, die an Feuchtgebiete angepasst sind, finden in diesem einzigartigen Lebensraum ideale Bedingungen.

Der Fluss der nie das Meer erreicht

Jedes Jahr führt der Okavango River rund 11 Kubikkilometer Wasser in das Okavango Delta – eine beeindruckende Menge. Ein großer Teil davon versickert im Boden oder verdunstet, während sich der Rest über die weitläufigen Überschwemmungszonen verteilt. Die saisonalen Fluten beginnen in der Regel zwischen März und Juni und erreichen ihren Höhepunkt im Juli – genau dann, wenn im Rest des Landes Trockenzeit herrscht. Während die umliegenden Regionen austrocknen, zieht das Wasser des Deltas zahlreiche Tiere an und macht das Gebiet zu einem wahren Magneten für Wildtiere. Der Okavango wird deshalb oft als „der Fluss, der nie das Meer erreicht“ bezeichnet. Er schafft ein bemerkenswertes Paradox: eine üppige Oase zu einer Zeit, in der die umliegende Landschaft am trockensten ist. Während die meisten Deltas im Ozean enden, verliert sich der Okavango schließlich einfach im Sand der Kalahari Wüste.

 

Wildlife im Überfluss!

Die Tierwelt im Okavango Delta ist außergewöhnlich vielfältig – dank des reichen Ökosystems zählt die Region zu den besten Orten, um die afrikanischen Big Five und viele weitere Tiere zu beobachten. Zwischen der umliegenden Wüstenlandschaft der Kalahari und dem Delta selbst gibt es eine saisonale Wanderbewegung der Tiere. Während der Regenzeit ziehen viele Tiere aus dem Delta hinaus, um die üppigen Weideflächen in der Umgebung zu nutzen. Wenn die Ebenen später austrocknen, kehren sie wieder in das wasserreiche Delta zurück. Zu den hier lebenden Tierarten gehören Elefanten, Büffel, Flusspferde, Gnus, Giraffen, Löwen, Geparden, Leoparden, Hyänen, Zebras sowie Spitzmaul- und Breitmaulnashörner. Und damit nicht genug: Das Okavango Delta beherbergt außerdem über 500 Vogelarten und rund 85 Fischarten – ein wahres Paradies für Natur- und Tierliebhaber.

Große Dinge beginnen im Kleinen

Das Okavango Delta würde in seiner heutigen Form ohne eine ganz besondere Tierart kaum existieren – eine Art, die entscheidend dazu beiträgt, die verschiedenen Lebensräume im Delta zu gestalten. Diese kleinen „Ökosystem-Ingenieure“ sind tatsächlich… Termiten. Schätzungen zufolge haben sie rund 70 % der charakteristischen Inseln im Delta geschaffen. Ohne diese winzigen Baumeister gäbe es viele der Inseln nicht, auf denen heute Bäume wachsen und sich vielfältige Lebensräume entwickeln konnten. Termiten spielen außerdem eine wichtige Rolle in der Nahrungskette. Zu Beginn des Sommers schwärmen große Mengen geflügelter Termiten aus, die dann einen reich gedeckten Tisch für Vögel, Reptilien, Frösche und viele andere Tiere darstellen. So zeigt sich: Obwohl sie zu den kleinsten Lebewesen des Deltas gehören, zählen Termiten zu den wichtigsten Bausteinen dieses einzigartigen Ökosystems.

Informationen und Fakten

Das Okavango Delta im Norden Botswanas ist ein riesiges Binnendelta und UNESCO-Welterbe, mitten in der Kalahari. Saisonale Überschwemmungen des Okavango River schaffen ein artenreiches Feuchtgebiet, das eine außergewöhnliche Tierwelt beherbergt. Hier finden sich große Elefantenherden, zahlreiche Raubtiere, eine beeindruckende Vogelvielfalt und verschiedene bedrohte Arten.

Häufigste Tierarten

  • Afrikanischer Elefant
  • Büffel
  • Nilpferd
  • Streifengnu
  • Giraffe
  • Nilkrokodil
  • Löwe
  • Gepard
  • Leopard
  • Hyäne
  • Großer Kudu
  • Rappenantilope
  • Spitzmaulnashorn
  • Breitmaulnashorn
  • Steppenzebra
  • Warzenschwein
  • Pavian
  • Afrikanischer Wildhund
  • Sitatunga (Sumpfbock)

Fakten über das Okavango Delta

  • 2014 zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt
  • Eines der sieben Weltwunder in Afrika, für seine enorme Biodiversität bekannt
  • Hier können Sie die Big 5 finden, außerdem weitere 155 Säugetierarten und 530 Vogelarten
  • Die Größe des Okavango Deltas schwankt je nach Jahreszeit: In der Trockenzeit umfasst es etwa 6.000 Quadratkilometer, während es sich während der Hochwasserzeit auf bis zu 15.000 Quadratkilometer ausdehnt – damit ist es das größte Binnendelta der Welt

Aktivitäten im Okavango Delta

  • Pirschfahrten
  • Mokoro- (Einbaumkanus) / Bootssafaris
  • Safaris zu Pferd
  • Fußpirsch (am besten in der Trockenzeit, von Mai bis Oktober, wenn das Gras niedrig ist)

Anreise

Aufgrund der wasserreichen Landschaft des Okavango Deltas und der abgelegenen Lage vieler Lodges, erfolgt die Anreise häufig mit Kleinflugzeugen vom nächstgelegenen internationalen Flughafen in Maun. Einige Camps bieten jedoch auch Transfers über Land an. Der Maun Airport im Norden Botswanas wird oft als „Tor zum Okavango“ bezeichnet. Alternativ können Sie auch vom Kasane International Airport ins Delta weiterreisen, allerdings ist diese Option in der Regel zeitaufwendiger und teurer. Maun Airport wird von mehreren regionalen Direktflügen innerhalb Afrikas angeflogen – unter anderem aus Südafrika, Namibia und Sambia – sowie von Ethiopian Airlines.

Klima

Im Okavango Delta dauert die Trockenzeit von Mai bis Oktober. Die Tage sind in der Regel trocken, sonnig und klar, mit Temperaturen von bis zu 25 °C, die am Abend auf bis zu zwei Grad Celsius sinken können (in Wüstenregionen sogar unter null). In diesen Monaten fällt so gut wie kein Regen. Die ersten Anzeichen der Regenzeit im Okavango Delta beginnen mit steigenden Temperaturen im September, die meist im Oktober ihren Höhepunkt erreichen und schließlich von den eintreffenden Regenfällen im November erlöst werden. Während der Regenzeit von November bis April sind die Tage heiß und sonnig, mit Temperaturen von bis zu 38 °C, während sie nachts auf etwa 20 °C abkühlen. Am späten Nachmittag kommt es meist zu kurzen, intensiven Regenschauern, die regional sehr unterschiedlich ausfallen und oft von kräftigem Sonnenschein gefolgt werden.

Beste Reisezeit für das Okavango Delta

Die beste Reisezeit für das Okavango Delta ist die Trockenzeit von Mai bis Oktober, wenn die Regenfälle aufgehört haben. Obwohl sie als „Trockenzeit“ bezeichnet wird, führt das Okavango Delta in dieser Phase tatsächlich den höchsten Wasserstand, da die Flutwelle aus Angola eintrifft und Tiere aus den trockenen Regionen in das Delta ziehen. Dies ist auch die beste Zeit für Mokoro und Bootssafaris. Es gibt jedoch Ausnahmen: Der Oktober ist zum Beispiel der trockenste und heißeste Monat mit hervorragenden Möglichkeiten zur Tierbeobachtung, weist jedoch meist einen niedrigen Wasserstand auf.

Häufige Fragen zum Okavango Delta