Sossusvlei

Eine Reihe gewaltiger, rostrot leuchtender Dünen, die steil aus strahlend weißen Salzpfannen aufragen – das ist Sossusvlei, ein vergleichsweise kleines Gebiet mit umso größerer Bekanntheit. Es ist der bekannteste und meistbesuchte Teil der uralten Namib Wüste, die sich entlang der gesamten Küste Namibias erstreckt. Der Namib Naukluft Nationalpark umfasst den zentralen Teil dieser Wüste, in dem auch Sossusvlei liegt. Sie befinden sich hier an einem Ort der Superlative: Die Namib gilt mit einem Alter von nicht weniger als 55 Millionen Jahren als älteste Wüste der Welt und zählt zu den trockensten Regionen des Kontinents. In Sossusvlei finden sich außerdem einige der höchsten Dünen Afrikas. Machen Sie sich auf einen beeindruckenden Anblick gefasst!

 

Ein poetisches Ende

Der Name Sossusvlei setzt sich aus zwei Sprachen zusammen: „sossus“ bedeutet auf Nama „Sackgasse“ und „vlei“ auf Afrikaans „Sumpf“. Zusammengenommen ergibt sich daraus der beinahe poetische Begriff „Sackgassensumpf“. Und tatsächlich ist Sossusvlei eine Sackgasse: Der Tsauchab River, der aus dem Naukluft Gebirge kommt, wurde hier von den gewaltigen Dünen aufgehalten und wo schließlich sein gesamtes Wasser versickerte, ganze 60 Kilometer, bevor er den Atlantik erreicht hätte!

Die meiste Zeit des Jahres liegen die ehemaligen Flussbetten knochentrocken da und bilden strahlend weiße Salzpfannen, die einen spektakulären Kontrast zu den gewaltigen roten Dünen von Sossusvlei bilden. Doch hin und wieder sorgen ergiebige Regenfälle dafür, dass der Fluss zurückkehrt. Die Pfannen füllen sich mit Wasser und verwandeln sich in einen glitzernden See, der die umliegenden Dünen wie ein Spiegel reflektiert. Das Ergebnis ist genauso beeindruckend wie die trockene Landschaft. Lange hält dieses Schauspiel natürlich nicht an, aber genau das gehört zur Magie des Sossusvlei.

Dünen, Salzpfannen und abgestorbene Bäume

Die Dünen des Sossusvlei sind vor allem für ihre gewaltige Größe berühmt. Sie können über 300 Meter hoch werden und werden vom Wind oft zu eleganten Stern- oder Streifenmustern modelliert. Die größten Dünen tragen sogar eigene Namen: Die Dune 45 ist die meistfotografierte Düne des afrikanischen Kontinents und kann zu Fuß erklommen werden. Big Daddy gehört mit 325 Metern zu den höchsten Dünen der Region.

Mitten in dieser Landschaft liegt das Deadvlei – ein „totes Tal“ zwischen den gewaltigen Dünen. Die strahlend weiße Tonpfanne ist übersät mit rund 900 Jahre alten Kameldornakazien, deren schwarze, abgestorbene Skelette durch die trockene Wüstenluft perfekt erhalten geblieben sind. Das ist ein außergewöhnlicher Anblick und ein Traum für jeden Fotografen: tiefschwarze Bäume zeichnen sich als Silhouetten vor der weißen, rissigen Tonpfanne ab, umgeben von gewaltigen rostrot leuchtenden Dünen und einem tiefblauen Himmel.

Leben, aber anders

Das Sossusvlei ist keineswegs ohne Leben. Die mit Atlantiknebel beladenen Winde bringen dringend benötigte Feuchtigkeit in die Namib und ermöglichen damit das Überleben von Arten, die mit erstaunlich wenig Wasser auskommen. Dazu gehören auffällige Köcherbäume mit leuchtend gelben Blüten, Nara Melonen und die uralte Welwitschie, die über 1.500 Jahre alt werden kann (!). Bemerkenswerte Pflanzen wie diese bilden die Lebensgrundlage für Chamäleons, Käfer und Geckos, die im Sossusvlei heimisch sind.

Auch endemische Arten gedeihen hier, von kleinen Tieren mit faszinierenden Namen wie der Tanzenden weißen Dame (eine Spinne), oder dem Wüstengoldmull, einem Maulwurf ohne sichtbare Augen, bis hin zu größeren Spezialisten der Wüste. Strauße, Springböcke, Oryxantilopen und sogar Hyänen ziehen durch die Dünen, allesamt perfekt an Temperaturen angepasst, die tagsüber auf über 40 °C steigen und nachts unter den Gefrierpunkt fallen können.

Informationen und Fakten

Das Sossusvlei ist der wohl bekannteste Teil der berühmten Namib Wüste. Gewaltige, rostrot leuchtende Dünen erheben sich aus strahlend weißen Salzpfannen und wurden über Millionen von Jahren vom Wind zu eleganten Sternformen modelliert. Ikonen wie die Dune45 und die gewaltige Big Daddy gehören zu den meistfotografierten Dünen der Welt, während Deadvlei mit den rund 900 Jahre alten Baumgerippen, die wie eingefroren auf der strahlend weißen Tonpfanne stehen, für eine surreal anmutende Kulisse sorgt. Und doch wimmelt es in Sossusvlei nur so vor Leben – dank des Atlantiknebels und erstaunlich anpassungsfähiger Pflanzen

Häufigste Tierarten

Die im hier aufgelisteten Tierarten könnten kommen in der Namib vor, daher könnten Sie ihnen im Sossusvlei über den Weg laufen, auch wenn die Chancen dafür eher gering sind.

  • Strauß
  • Springbock
  • Gemsbock
  • Tüpfelhyäne
  • Schabrackenhyäne
  • Löffelhund
  • Schabrackenschakal
  • Stachelschwein
  • Kapfuchs
  • Erdwolf
  • Vögel, Nagetiere, Reptilien und Spinnen

Fakten über das Sossusvlei

  • Das Sossusvlei liegt im Zentrum Namibias in der Namib Wüste und ist Teil des Namib Naukluft Nationalparks.
  • Es ist für seine gewaltigen, rot gefärbten Dünen bekannt, die einen beeindruckenden Kontrast zu den weißen Salzpfannen und dem strahlend blauen Himmel bilden.
  • Das Gebiet ist vergleichsweise klein, aber der bekannteste Teil der Namib Wüste und damit eines der beliebtesten Reiseziele des Landes mit jährlich mehr als 600.000 Besuchern.
  • Big Daddy ist mit 325 Metern die höchste Düne im Sossusvlei.
  • Die Dune45 ist die höchste Düne, die zu Fuß bestiegen werden kann. Am besten gelingt der Aufstieg zum Sonnenaufgang, wenn die Temperaturen noch angenehm sind.

Aktivitäten im Sossusvlei

  • In den Dünen des Sossusvlei gibt es viel zu erleben, seien Sie nur auf die Hitze vorbereitet und nehmen Sie ausreichend Wasser mit!
  • Heißluftballon-Safari
  • Quad-Biking durch die Dünen
  • Düne 45 erklimmen und anschließend wie ein sechsjähriges Kind hinunterrutschen!
  • Naturwanderungen
  • Sternenbeobachtung

Anfahrt

Sie können einen privaten Charterflug von Windhoek zum Flugplatz Sesriem in der Nähe des Sossusvlei buchen, oder mit dem Auto fahren. Die Fahrt von Windhoek nach Sesriem dauert etwa vier bis fünf Stunden und führt über knapp 400 Kilometer. Sesriem ist zugleich das wichtigste Eingangstor ins Sossusvlei. Die Strecke verläuft über die C24 beziehungsweise die Schotterstraßen C19/C14 und ist grundsätzlich gut befahrbar. Solitaire, etwa 70 Kilometer vor dem Eingang von Sesriem, bietet sich als beliebter Zwischenstopp zum Tanken und für eine Bäckereipause an. Anschließend stellen Sie Ihr Auto auf dem Parkplatz nahe der Dünen ab, sofern Sie nicht mit einem 4×4 unterwegs sind, und steigen für die letzten fünf Kilometer durch den tiefen Sand in ein spezialisiertes Shuttle um.

Klima

Das Sossusvlei hat ein heißes, hyperarides Wüstenklima, das von extremen Temperaturschwankungen und vielen Sonnenstunden geprägt ist. Es wirkt fast schon optimistisch, in der Wüste von einer „Regenzeit“ zu sprechen, wo man die Regentropfen praktisch zählen kann. Was in den meisten Teilen Namibias als Regenzeit gilt, ist in Sossusvlei definitiv die heiße Jahreszeit.

Von November bis April ist es glühend heiß, mit Temperaturen von häufig über 40 °C, während Sie zwischen Mai und Oktober – vor allem nachts – durchaus frieren können. Der Niederschlag ist hier äußerst gering und liegt normalerweise bei weniger als 13 Millimetern pro Jahr, womit Sossusvlei zu den trockensten Regionen der Erde gehört. Und wenn es doch einmal regnet, kommt der Regen meist reichlich spät: in Form eines kurzen, unvorhersehbaren Gewitters irgendwann zwischen Februar und April.

Beste Reisezeit fürs Sossusvlei

Das Sossusvlei ist ganzjährig ein lohnendes Reiseziel. Am angenehmsten sind jedoch die milderen Monate April bis Juni sowie September und Oktober, wenn sowohl die Tages- als auch die Nachttemperaturen deutlich angenehmer sind. Die beste Zeit, um die charakteristischen, leuchtend roten Landschaften und den sternenübersäten Himmel zu erleben, ist die trockene und kühlere Jahreszeit von Mai bis Oktober. In diesen Monaten erwarten Sie meist klare Tage und optimale Bedingungen, um den starken Kontrast zwischen den Dünen und dem blauen Himmel zu fotografieren. Das schönste Licht gibt es früh am Morgen, wenn die aufgehende Sonne die Dünen in Rot- und Orangetöne taucht und lange Schatten wirft. Auch Wildtiere lassen sich in der Trockenzeit leichter beobachten, da sie sich häufiger an den verbliebenen Wasserstellen sammeln.

Häufig gestellte Fragen zum Sossusvlei