Die Bevölkerung Botswanas teilt sich in acht offiziell anerkannte Stämme, darunter die Bangwato, Barolong und Bakwena, wobei die Tswana mit 79 Prozent den größten Teil ausmachen. Dazu kommen viele ethnische Gruppen wie die Kalanga, die mit 11 Prozent die zweitgrößte Gruppe bilden. Erfahren Sie hier mehr über das San-Volk und die BaBukakhwe, eine Untergruppe der San, sowie über ihre Geschichte, Traditionen und ihr Engagement für den Naturschutz.
Das Volk der San, veraltet auch oft als Buschmänner bezeichnet, gehört zu den weltweit ältesten Kulturen und lässt sich bis etwa 44.000 v. Chr. zurückverfolgen. Die Namen „San“ oder „Buschmänner“ gaben sie sich nicht selbst. Während letzterer von niederländischen Siedlern für Jäger- und Sammlerstämme stammt, entstand der erstere erst viel später und bedeutet „Sammler ohne Vieh“.
Als Jäger und Sammler hatten sie schon immer eine tiefe Verbindung zur Flora und Fauna und stützten sich dabei auf ihr tiefgründiges Wissen. Heute leben rund 130.000 San in sechs Ländern im südlichen Afrika, davon etwa 63.000 in Botswana. Sie leben jedoch in vielen verschiedenen Gruppen im Norden und Westen des Landes, beispielsweise in der Kalahari oder der Okavango Region.
Die europäische Kolonialisierung veränderte ihre Lebensweise drastisch, drängte sie in kleinere Gebiete zurück und führte zum Verlust von Land, traditionellen Nahrungsquellen und kultureller Identität.
Weniger als 5 % der rund 130.000 San leben noch als Jäger und Sammler. Die meisten San-Gemeinschaften haben sich an die moderne Welt angepasst, pflegen jedoch nach wie vor wichtige Traditionen, die Jahrhunderte zurückreichen.
Der Heiltanz, oder Trancetanz, wird von den San der Kalahari noch immer praktiziert. Durch Tanzen und Hyperventilation versetzt eine spirituelle Energie namens n/um den Heiler in einen Zustand namens !kia. So sollen Krankheiten geheilt und Probleme in der Gemeinschaft gelöst werden.
Aufgrund ihrer tiefen Verbundenheit mit der Natur nutzen die San bis heute verschiedene Heilpflanzen. Während die Hoodia Hunger und Durst an langen Tagen im Busch unterdrückt, hilft die Buchu bei Magenbeschwerden, Fieber und Infektionen.
Durch Geschichten, Musik und Tanz geben die San Wissen weiter, stärken soziale Bindungen und bewahren Traditionen. Geschichten über Götter, Tiere und die Erschaffung der Erde sollen zehntausende Jahre alt sein, werden aber immer noch am Lagerfeuer erzählt.
Ob Fußspuren, Vegetation oder Gerüche – die San haben sich beim Aufspüren von Tieren schon immer auf ihre Sinne, ihren Instinkt und ihr Wissen verlassen. Heute sind diese Fähigkeiten besonders im Naturschutz gefragt, weshalb die San oft für Tierschutzorganisationen oder Wildreservate arbeiten.
Früher gaben die San Felsmalereien wichtige Botschaften an ihre Nachkommen weiter. Darstellungen von Tieren, Figuren und Formen gehören nicht nur zu den frühesten künstlerischen Ausdrucksformen der Menschheit, sondern bergen auch Bedeutungen, die nur die San kennen … und ein paar Geschichtsinteressierte.
Rücken wir nun eine Untergruppe der San ins Rampenlicht, die BaBukakhwe. Als einer der ältesten Bewohner des Okavango Deltas haben sie sich an das Leben in den Feuchtgebieten angepasst. Anstatt in die Fußstapfen der San als Jäger und Sammler zu treten, wurden sie zu Fischern und Jägern der Wasserwege. Deshalb wurden sie auch „Fluss-Buschmänner“ genannt.
Nur wenige BaBukakhwe leben heute noch ein traditionelles Leben. Die Kinder gehen zur Schule und lernen Lesen, Schreiben, Mathematik und Naturwissenschaften. Einige kleinere Gemeinschaften sind im östlichen Delta oder entlang der Wasserwege beheimatet. Rund 400 Menschen leben im Dorf Khwai, einer ihrer Hauptsiedlungen im Norden des Moremi Wildreservats. Ihnen ist etwas Außergewöhnliches gelungen: Sie haben eine Verbindung hergestellt zwischen der modernen Welt und ihrem jahrhundertealten Wissen über Botswanas Flora und Fauna.
Über den Khwai Community Trust verwalten die Bewohner von Khwai die Khwai Community Concession und vereinen damit Naturschutz, das Wohl der Gemeinde und Tourismus. Die Erlöse aus dem Ökotourismus fließen direkt ans Dorf zurück. Das Schutzgebiet liegt zwischen dem Chobe Nationalpark und dem Moremi Wildreservat und umfasst 1.800 Quadratkilometer, auf denen sich zahlreiche Tiere frei bewegen können.
Manche Tiere erwachen erst, wenn die Sonne längst untergegangen ist: von extrem bedrohten Schuppentieren und Erdferkeln bis zu Erdwölfen und dem pieksigen Stachelschwein.
Erkunden Sie die Auen, Graslandschaften und Waldgebiete der Khwai Community Concession sowie die Umgebung des Khwai Rivers und beobachten Sie faszinierende Tiere, die hier zu Hause sind. Einheimische Guides führen Sie zu den besten Orten für Wildtierbeobachtungen und erzählen Ihnen mehr über die Kultur der BaBukakhwe.
Zwischen Safaris und kulturellen Begegnungen können Sie sich in Lodges entspannen, die genauso authentisch sind wie Ihre Erlebnisse.