Das weltberühmte Okavango Delta ist ein Labyrinth mit Lagunen, Kanälen und Inseln. In anderen Worten: der Himmel für fast alle Tiere Botswanas. Von den berühmten Big Five und riesigen Elefantenherden bis zu seltenen Arten wie der Sitatunga und zahlreichen Vögeln – das UNESCO-Welterbe und „Juwel der Kalahari“ verzaubert Sie mit Tierbegungen, von denen andere nur träumen.
Wenn der Rest Botswanas austrocknet, verwandelt sich das Okavango Delta in ein grünes Paradies. Vom angolanischen Hochland fließt Wasser durch Namibia, um in der Wüste zu versiegen. Auf seinem Weg dorthin schafft er eine wasserreiche Oase mitten in der Kalahari. Da überrascht es nicht, dass 130 Säugetiere, ca. 500 Vogelarten, 64 Reptilienspezies und verschiedene Fische und Amphibien in dieser ungezähmten Wildnis zu Hause sind.
Die Raubtiere des Okavango ziehen viele Blicke auf sich. Das Delta und das Moremi Wildreservat beherbergen eine der weltweit höchsten Raubtierdichten. Damit sind dramatische Jagdszenen und Gänsehaut nahezu garantiert.
Große Beutetiere wie Büffel und eine Runde im Wasser sorgen dafür, dass Okavango Löwen muskulöser sind als ihre Cousins in der Savanne. Außerdem jagen sie tagsüber – halten Sie Ihre Augen daher offen.
Dieses geduldige Raubtier kann seine Beute stundenlang beobachten. Wenn der Leopard sie dann geschnappt hat, nimmt er sie mit in den Baum, um sie ganz für sich allein zu haben. Dinner for one.

Geparden sind nicht nur unheimlich schnell, sondern auch clever. Mit zahlreichen Löwen in der Umgebung ist der Futterneid groß und teils sind sie selbst in Gefahr. Deshalb bringt eine Mutter ihren Jungen bei, sich so lange zu verstecken, bis sie von der Jagd zurück ist.
Entgegen der weitverbreiteten Meinung, sind Hyänen außergewöhnliche Jäger (okay, und sehr gute Aasfresser). Sie leben in einer festgelegten Hierarchie: Ein Rudel wird von einer Matriarchin geführt, gefolgt von ihren Töchtern, Schwestern, allen anderen Weibchen und zu guter Letzt den Männchen.
Neben diesen faszinierenden Raubtieren, finden sich noch weitere Fleischfresser unter Okavangos Tieren, wie der Schabrackenschakal, der Serval, der Karakal und der brutalste und furchtloseste von allen: der Honigdachs.
Die nächsten Stars im Rampenlicht sind die Pflanzenfresser. Riesige Herden mit Büffeln, Elefanten und Nashörnern streifen durch die Landschaft. Das heißt, dass Sie im Okavango Delta alle Vertreter der Big Five sehen können, genauso wie Giraffen, Flusspferde, Gnus und natürlich Zebras, das Nationaltier Botswanas.
Zwei außergewöhnliche Pflanzenfresser sind die Sitatunga und der Letschwe. Erstere hat sich an ein Leben am und im Wasser angepasst. Wenn sie sich bedroht fühlt, versteckt sie sich in den Schilfflächen oder taucht komplett ab. Nur die Nase ist dann noch zu sehen, wie ein Schnorchel. Letzterer ist eine Ikone der Tierwelt in Okavango: Mit seinen längeren Hufen bewegt er sich elegant durchs flache Wasser und springt in geflutete Bereiche, um vor Raubtieren zu entkommen.

Und last but not least verdienen die Termiten einen besonderen Dank: Sie bauen ungefähr 70 % der Inseln des Deltas. Ohne sie gäbe es viele Tiere im Okavango gar nicht.
Bei unvergesslichen Aktivitäten können Sie Okavangos Tiere von verschiedenen Perspektiven bestaunen.
Aufgrund von Wilderei, Habitatverlust und Klimawandel nehmen die Zahlen vieler Tierarten immer weiter ab, sodass sie in freier Natur nur noch schwer zu finden sind. Andere möchten erst gar nicht gefunden werden und verstecken sich wie Houdini. Das Okavango Delta ist ein Zufluchtsort für ganz besondere Tiere und mit ein bisschen Glück sehen sie eines davon (oder sogar alle) mit ihren eigenen Augen.
Das Schuppentier ist das am häufigsten illegal gehandelte Säugetier. Man sagt seinen Schuppen Heilkräfte nach, die sie nicht haben. In Botswana steht das Tier unter Schutz und viele Organisationen engagieren sich für seinen Erhalt.
Afrikanische Wildhunde sind vom Aussterben bedroht, blühen im Delta aber auf. Ihre Jagdtechnik ist besonders, denn sie stimmen durch Niesen ab. Wenn die Leithunde des Rudels dreimal niesen, heißt es Gas geben.
Mit ihrem orange-roten Gefieder ist die Bindenfischeule ein erfreulicher Anblick für Vogelliebhaber. Sie sind extrem schwer zu entdecken, verstecken sich in Baumkronen und gelten als der „Heilige Gral“ der Vogelbeobachtung.
Nicht nur die Bindenfischeule lässt das Herz von (Hobby-)Ornithologen höher schlagen. Mit ca. 500 Vogelarten ist das Okavango Delta ein Paradies für alle, die sich für unsere gefiederten Freunde interessieren. Oft sieht man 140 Arten an einem einzigen Tag. Halten Sie Ihr Fernglas (und Ihre Kamera) griffbereit.
Dem Weißkopfseeadler ist es egal, ob man ihn als „Maskottchen des Delta“ oder als „Stimme Afrikas“ bezeichnet … er will sich einfach nur Fische aus dem Wasser schnappen und für Ihre Bilder posieren.
Obwohl dieser Name schon ziemlich cool ist, wird dieser Vogel auch „Jesusvogel“ genannt. Mit seinen extrem langen Zehen läuft er spielend über Seerosenblätter – oder doch übers Wasser?

Dieser Vogel pflegt eine ganz besondere Freundschaft zur südlichen Zwergmanguste: Wenn sich Raubtiere nähern, alarmiert er die Manguste. Als Dankeschön erhält er die Insekten, die die Manguste beim Verstecken aufscheucht.
Mit ca. 3.000 bis 5.000 Reihern zählt dieser Vogel zu den seltensten der Welt. Im Okavango Delta ist er zu Hause und setzt dort einen cleveren Jagdtrick ein: Im flachen Wasser scharrt er mit den Füßen, um Frösche und kleine Fische aufzuschrecken.
Am liebsten würden wir alle Vögel aufzählen, die Sie hier sehen können. Doch Platz und Zeit sind knapp. Eine Sache ist aber klar: Wenn Sie noch kein Vogelliebhaber sind, werden Sie es nach einer Safari im Okavango sein.
Über die faszinierende Sitatunga mit ihren einmaligen Tauchfähigkeiten haben wir schon gesprochen. Die Gewässer des Okavango überraschen aber mit noch vielen weiteren Tieren in allen Formen und Farben.
Aber ganz unter uns: All diese Tiere werden Ihre Augen funkeln lassen. Egal ob Safariliebhaber, Tierfan oder Fotograf – es lohnt sich, dieses ungezähmte Fleckchen Land zu erkunden.
Bei einer Nachtsafari können Sie Tiere sehen, die erst aufwachen, nachdem die Sonne längst untergegangen ist. Einigen sind sie möglicherweise schon während des Tages begegnet, wie dem Leoparden, der gern auch nachts auf die Jagd geht, oder den manchmal entspannten, manchmal aggressiven Flusspferden. Halten Sie Ihre Augen aber auch nach den folgenden Vierbeinern auf.
Diese katzenähnlichen Fleischfresser sind oft nachts anzutreffen. Obwohl sie nicht miteinander verwandt sind, sehen sie sich mit ihrem wunderschön gepunkteten Fell zum Verwechselnähnlich.
Er sieht aus wie eine kleine Hyäne, ernährt sich aber fast ausschließlich von Insekten. Mit seiner breiten, klebrigen Zunge kann er pro Nacht bis zu 300.000 Termiten verspeisen.
Mit seinem schwarz-weißen Look sieht er süß und harmlos aus. Allerdings ist er das wohl rabiateste und furchtloseste Tier Afrikas und erlegt Tiere, die wesentlich größer sind als er, wie etwa junge Krokodile.
Ob am Tag oder in der Nacht: Tierbegegnungen im Okavango sind aufregend. In gemütlichen Lodges lässt es sich zwischendurch am besten entspannen.